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29.06.21

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Braun durch Carotin?

Eine gesunde und schöne sommerliche Bräune, das möchte jeder gerne. Am besten gesund gebräunt und langanhaltend. Begibt man sich auf Recherchen im Internet oder auch im Handel, so kommt immer wieder Carotin zur Sprache. Beta-Carotin soll die Haut bei der Bräunung unterstützen und gleichzeitig sogar einen Schutz bieten. Doch kann das wahr sein? Ist Nahrungsergänzung mit Beta-Carotin eine gute Alternative zu Selbstbräuner, Bräunungsverstärker oder Tan-Optimizer? Wir haben bei unseren Recherchen erschreckende Ergebnisse zu Tage gefördert und wollen nicht den Optimismus bremsen: Aber für Raucher kann Beta-Carotin sogar ein erhöhtes gesundheitliches Risiko darstellen. Und vor allen Dingen: UV-Schutz gibt es durch den Stoff nicht.
Beta-Carotin – Was soll das bringen?
Fakt ist, dass durch die Einnahme von einem Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin dem Körper eine zusätzliche Menge des Stoffes zugeführt werden soll. Generell ist Carotin für den Körper gesund. Die Augen können davon profitieren und auch weitere Prozesse im Körper haben ihren Nutzen von diesem Nährstoff. Das Problem ist allerdings, dass man Beta-Carotin nicht überdosieren sollte. So sollten Ergänzungsprodukte maximal 3,5 mg Beta-Carotin pro Tagesdosis enthalten, um eine Überdosierung zu verhindern. Denn schließlich greifen wir auch mal zur Möhre oder zum Karottensaft.
Des Weiteren gibt es noch andere Carotinoide, wie Lutein und Astaxanthin. Auch diese sind in Nahrungsergänzungen häufig zu finden. Besonders gerne werden sie in Produkten zugeführt, die beispielsweise versprechen eine schnelle und gesunde Bräune zu erhalten. Von Kapseln und Tablette bis hin zu Drinks ist die Bandbreite groß. Gefährlich wird es allerdings, wenn mit diesen Produkten auch suggeriert wird, dass man einen Sonnenschutz von innen heraus kreiert durch die Einnahme. Das ist absolut falsch und kein Nahrungsergänzungsmittel der Welt kann das Eincremen mit Sonnenschutz in ausreichender Höhe ersetzen.
Wer raucht und gleichzeitig Beta-Carotin zusätzlich zuführt oder in erhöhter Menge konsumiert steigert das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Dabei gilt aktuelle, eine Maximalmenge von bis zu 15 mg (inkl. Farbstoffe und Zusatzstoffe, wie Antioxidantien). Dies gilt auch für Raucher. Ein Blick auf die Packungen von Beta-Carotin-Sonnen Booster-Produkten sorgt jedoch für Bedenken, denn häufig fehlt ein solcher Hinweis für Raucher gänzlich, oder er ist sehr schwammig formuliert.
Schützt Beta-Carotin vor der Sonne?
Nein! Auch wenn diese Sonnenprodukte gerne damit werben, dass der natürliche Sonnenschutz von innen gefördert und unterstützt wird. Gerne wird auch eine schnelle und gesunde Bräune versprochen, was aber ohne UV-Schutz auf keinen Fall möglich ist. Übrigens: Auch so genannten Sonnen-Vitamine können das nicht leisten. Genauso wenig wie Hautschutzkapseln oder ähnliche Formulierungen für Produktbezeichnungen.
Schutz vor schädlichen UV-Strahlen bietet lediglich ein entsprechendes Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Denn um eine solche Behauptung zu bestätigen, dass ein Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin einen natürlichen Sonnenschutz der Haut aufbauen könnte, fehlen wissenschaftliche Beweise. Es gibt Studien, die zeigen, dass ein sehr geringer, positiver Effekt eintreten kann. Dabei mussten allerdings über 10 Wochen mindestens 20 Milligramm Beta-Carotin eingenommen werden pro Tag, was deutlich über der maximal empfohlenen Menge von 3,5 Milligramm pro Tag liegt.
Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA geht sogar so weit, dass sie klar deklariert und angibt, dass Beta-Carotin keinen Schutz vor UV-Strahlung und Sonne bieten kann. Hersteller solcher Produkte hatten einen Antrag eingereicht, um mit diesem Argument werben zu dürfen. Doch aus den genannten Gründen hat die EFSA diesen Antrag abgelehnt, denn laut der EFSA wird der Health Claim, also das Sonnenschutz-Argument „als wissenschaftlich nicht begründet bewertet.“
Kombinationspräparate wie Produkte mit Lycopin und Lutein, Vitamin E und Selen konnten nicht überzeugen. So konnte von der EFSA keine Verbesserung in der Verträglichkeit der Präparate oder der Haut gegenüber der Einstrahlung von Sonne festgestellt werden. Dazu kommt, dass auch kein erhöhter Bräunungsvorgang vorhanden war. So lässt sich also die Haut weder effizient schützen noch besser, schneller oder gar gesünder bräunen, wenn solche Produkte eingenommen werden. Daher wurde auch ein Werbeverbot für diese Kombinationsprodukte von der EU ausgesprochen. Sie dürfen ebenfalls kein Versprechen im Bereich Sonnenschutz machen.
Zudem tauchen in diesen Produkten seit kurzer Zeit auch Algenfarbstoffe auf, so genannte Astaxathine. Aber auch diese konnten vor der EFSA nicht standhalten und bieten laut der Experten keinen Sonnenschutz. Es bleibt also dabei: Vor einem eincremen kommt keiner herum. Doch das ist auch kein Drama, denn tatsächlich duftet Sonnenmilch herrlich nach Sommer und pflegt die Haut gleichzeitig sehr angenehm; was von ganz allein für eine gesund aussehende Bräune sorgt.
Vorsicht vor Formulierungen auf Sonnen-Produkten
Ganz oft sind auch folgende Formulierungen auf diesen spezielle Sonnen-Präparaten zu finden. Dabei heißt es unter anderem: ... Trägt zum Schutz der Zellen bei. Sorgt für einen gesunde Erhaltung der Haut. Schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Gemeint ist hierbei oftmals Zink, was gerne bei diesen Produkten beigemengt wird. Doch das hat alles nichts mit einem Sonnenschutz zu tun, oder der vorbeugenden Maßnahme gegen Hautkrebs oder einem Sonnenbrand.
Doch wozu nutzen diese Produkte denn dann? Nun, wer durch Carotin-Kapseln, oder sogar durch ausreichend Möhrensaft, seinen Teint unterstützen möchte, der kann das tun. Denn tatsächlich lässt sich der Teint leicht orange-bräunlich färben, wenn man das möchte. Ein natürliches „Sonnenbraun“ wird sich daraus allerdings eher nicht ergeben. In vielen Sonnencremes und -Lotionen, sowie in einigen Selbstbräunern findet sich deswegen Beta-Carotin. Es wird hier schlicht und ergreifend als Farbstoff eingesetzt.
Da wir in vielen Lebensmitteln ohnehin bereits Beta-Carotin finden, sollte vor einer Einnahme solcher Produkte unbedingt berücksichtigt werde, was man allgemein an Beta-Carotin pro Tag schon zu sich nimmt. Die Gefahr, dass man den Stoff überdosiert, ist tatsächlich recht hoch. Rauchern wird von einer zusätzlichen Supplementierung abgeraten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt an, dass eine maximale Menge pro Tag von 3,5 mg Beta-Carotin in Form von Nahrungsergänzungen, aus gesundheitlichen Gründen, nicht überschritten werden sollte.
Was genau ist Beta-Carotin?
Abschließend wollen wir noch kurz auf den Nährstoff an sich eingehen, denn hier gibt es tatsächlich immer wieder offene Fragen. Beta-Carotin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, welcher in allen Pflanzen zu finden ist. Er soll die Pflanzen vor photo-oxidativen Prozessen schützen. In Möhren, Aprikosen oder auch Spinat ist reichlich Beta-Carotin enthalten, denn gerade Gemüse und Obst sind hervorragende Quellen an Beta-Carotin für den menschlichen Körper. Ideal kann der Stoff vom Körper aufgenommen und verwertet werden, wenn das Gemüse oder Obst zerkleinert, erhitzt und mit Fett vermengt wird.
Im Körper wird Beta-Carotin zu Vitamin A umgewandelt. Aus diesem Grund wird der Stoff auch gerne als Provitamin A bezeichnet. Außerdem weist der Stoff auch eine gewisse anti-oxidative Wirkung auf. Wer ein Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin zu sich nimmt, oder auch Möhrensaft trinkt, der erhöht den Gehalt des Stoffes in der Haut. Dies kann zu einer leicht braun-orangenen Färbung der Haut führen. Dies ist häufig damit gemeint, wenn die Hersteller der Sonnen-Booster-Produkte versprechen, dass die Bräune durch die Einnahme des Präparates schneller braun wird, oder intensiver gebräunt erscheint. Den orangenen Farbtouch verschweigen die meisten Hersteller allerdings gekonnt.
Diese so genannten Provitamin A Carotinoide zählen nicht zu den essenziellen Nährstoffen. Wer sich hauptsächlich vegan oder vegetarisch ernährt und daher keine tierischen Vitamin-A-Quellen zur Verfügung hat, muss zwingend darauf achten, durch die Ernährung genügend Vitamin A über Gemüse und Obst zu sich zu nehmen. Denn der Vitamin A Status muss ebenfalls aufrecht erhalten bleiben. Tatsächlich spielt Beta-Carotin hier also eine tragende Rolle. Dennoch sollte sich an die maximale Menge je Tag gehalten werden, dann auch wer vegan oder vegetarisch lebt, sollte Nähr- und Vitalstoffe nicht überdosieren, vor allen Dingen nicht dauerhaft.
Möchten Sie sich noch weiter über Nahrungsergänzungen informieren, so finden Sie dazu passende Themen in unserer umfangreichen Blogsammlung. Entdecken Sie auch unser hochwertiges Sortiment an ausgewählten Produkten und unterstützen Sie Ihren Körper auf höchstem Niveau. Bei Fragen können Sie unseren freundlichen Support gerne kontaktieren. Wir kümmern uns, um Ihr Anliegen. Zudem sei noch erwähnt: Sie erhalten alle Produkte ohne Rezept. Wir bitten Sie daher die Dosierungsanleitungen und Anweisungen zur Einnahme zu berücksichtigen und Nahrungsergänzungen als Ergänzung einzunehmen. Sie können keine Mahlzeiten ersetzen und sollten nur im Zusammenhang mit einer gesunden, ausgewogenen und abwechslungsreichen sowie regelmäßigen Ernährung eingenommen werden.